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Die Sonne in lettischer Folklore

Die göttliche Kraft der Sonne wird seit alten Zeiten in ganzer Welt anerkannt und geschätzt. Auch die Ostsee-Region ist keine Ausnahme, und in dem Pantheon von Göttern der Balten und der Mythologie nimmt die Sonne zweifellos einen zentralen Platz ein.
Die Sonne wird als weibliche Gottheit personifiziert, die sich um das Wohlbefinden und um die Neugeburt des Lebens auf der Erde kümmert. Es ist eine der mächtigsten Gottheiten überhaupt, denn sie sieht und weiß alles, sie sorgt für Fruchtbarkeit, Ernte und Wärme. Unzählige Dainas sind ihr gewidmet. Oft wird die Sonne dort als liebevolle Mutter oder "Patenmutter" personifiziert: sie wärmt, tröstet, beschenkt und verziert Menschen. Für Bauern war sie seit alten Zeiten ein Symbol der Fruchtbarkeit.
In der lettischen Mythologie hat die Sonne eine ambivalente Natur. Sie ist oft in den Volksliedern verehrt und verherrlicht. Nach dem Mythos der himmlischen Ehe der Sonne wird sie auch als eine Tochter oder sogar als mehrere Töchter erwähnt, benannt als Sonnentöchter, die mit den Söhnen Gottes heiraten - den Gott selbst, Achterstern oder Mond. Oft besungen, aber zwiespältig ist die Beziehung der Sonne mit dem deutlich unterlegenen männlichen Mond: mal heiraten sie, mal wird der Mond wegen seines schwächeren Lichtes zur Rechenschaft gezogen oder gar von der Sonne verprügelt. In Sagen und volkstümlichen Motiven wird auch auf die Unehrichkeit des Mondes angedeutet, der von der Sonne mit dem Schwert zerschnitten wird. In lettischen Folklore wird die Zahl von Töchtern der Sonne generell nicht vermittelt, sondern in der litauischen Mythologie sind bestimmte Namen von Töchtern zu finden und die Zahl derer vergleichsweise übersichtbar.
Die Gestalt der Sonne vermittelt uns die mündliche Folklore, zum Beispiel, in verschiedenen Sagen und vor allem im Liedgut, wo die Sonne hüpft und flimmert. Meist ist sie mit den weißen oder silbernen Broschen, dem Kleid oder Rock aus Seide dargestellt. Auch die besondere Zierde wie Kranzen, Broschen und Ringe sind Kleidungsattribute von Sonne.
Sonne widerspiegelt sich in lettischer Mytologie in Form des Kreises, sie wird manchmal bis zum Polygon ergänzt, indem man die Figur von Rosette mit acht Blättern und viereckigem Sonnenzeichen erkennt. Der Kreis und kreisartige Zeichen symbolisieren die ewige Bewegung der Sonne am Himmel.
Diese Ornamente sind oft wie in Kleidung und Schmuck von Frauen zu sehen, so auch in Werkzeugen von Bräuten, die ihren Verlobten am Tag der Hochzeit beschenken. Auch der Bräutigam schenkt in seiner Hochzeit gewöhnlich Socken und Handschuhe mit Sonnenzeichen.
Um die Sonne zu verehren und anzubeten, wurde am Hochsommer besondere `Johaness` und ´Ligo´ Feste gefeiert, in denen ´Ligo´- Fest traditionell die wichtigste Bedeutung trägt. Dies ist ein altes lettisches Fest, das am 23 Juni gefeiert wird – in der Nacht der Sonnenwende. Es ist ein längster Tag des Jahres, gefolgt der kürzesten Nacht des Jahres. An diesem Tag wird riesiges Feuer angezündet, um böse Geister zu verbannen, die der Gesundheit und Fruchtbarkeit schaden. Das Fest `Ligo` ist ein spezielles Ritual, indem die Versammelten die Kränze aus Blumen und dem Gras tragen, Lieder singen, um Lagerfeuer tanzen und nachher über das Feuer springen.
Nach dem Johannestag werden die Tage immer kürzer und kürzer, bis die Wintersonnenwende, inder das Licht wieder zurückkehrt und den neuen Anfang des Lebens auf der Erde symbolisiert. Die Dunkelheit gibt ihren Platz der Sonne zurück. Von diesem Moment herrscht die Sonne am Himmel länger und dementsprechend werden die Tage länger und die Nächte - kürzer.
Wegen Über die Sonne gibt es sehr viel Sagen und Märchen, Volkslieder und Rätsel, und Lieder. Das Ornament der Sonne und die Sonnenmuster vom altlettischen Leben sind in der alltäglichen und festlichen Kleidung zu sehen. Auch bei Schmuckschmied und Kunsthandwerker sind Sonneszeichen und dessen Muster ein der beliebtesten Symbolen.

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